Freundinnen; Teil 10: Irrte Freud? |
SCHNEPF
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Herkunft: Österreich So wünsche ich mir Kritik: Wie im Eiskunstlauf: Getrennt nach Idee und Ausführung.
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| Freundinnen; Teil 10: Irrte Freud? |
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Tina fuhr bei Schultheiß gleich auf den hauseigenen Parkplatz hinter dem Haus. Sylvia folgte ihr.
„Du kannst da stehen bleiben. Dein Zimmer ist mit Parkplatz“, sagte Tina zu ihr. „Ich muss von da gleich wieder weg fahren. Aber zuerst packen wir noch schnell meine Sachen zu dir um. Dann habe ich morgen früh nur noch das Handgepäck mit zu nehmen.“
„Aber du fährst doch nicht gleich wieder nach Hause? Wir können doch hier miteinander Essen gehen oder du kommst noch mit mir auf einen Sprung aufs Zimmer“, meinte Sylvia, die ihre Freundin noch eine Weile bei sich haben wollte.
Sylvia hatte verständlicherweise Hunger und so entschlossen sie sich, in ein nicht weit entferntes Restaurant zu gehen. Nachdem sie Platz genommen, die Speisekarte gesichtet und der Bedienung ihre Wünsche mitgeteilt hatten, konnte Sylvia ihre Neugierde nicht mehr zügeln. Die Sache mit dem Stalker interessierte sie zu sehr.
„Und was erzählen wir uns morgen?“, fragte Tian. „Die Fahrt ist lang.“.
„Ich hab's gemerkt. Uns wird es trotzdem nicht langweilig werden. Ich habe auch einiges in petto. Also schieße du schon mal los.“
„Es war so, wie bei allen Stalkern. Da kann ich dir bestimmt keine Neuigkeiten erzählen“, begann Tina. „Ich bekam von ihm ständig Anrufe und SMS. Da habe ich das Handy gewechselt. Dann stand er ständig irgendwo auf der Straße. Das war für mich noch schlimmer. Ich fühlte mich verfolgt und beobachtet. Das hält man nicht aus. Ich jedenfalls nicht. Ich lebte in ständiger Angst. Nicht davor, dass er mir etwas tut, aber gerade die Furcht davor, von anderen beobachtet zu werden, ist doch das Hauptproblem bei meiner Phobie. Kein Wunder, dass ich wieder Anfälle bekam. Wann immer ich konnte, fuhr ich von Essen nach Dortmund. Mama fiel natürlich gleich auf, dass mit mir etwas nicht stimmte.“
„Das kann ich mir vorstellen.“
„Ich sagte ihr einiges, aber nicht alles. Sie hätte sich zu sehr aufgeregt. Von Papa ganz zu schweigen. Der erfuhr gar nichts. Es nagt furchtbar an einem, wenn man alles mit sich herum tragen muss und man mit niemanden darüber sprechen kann.“
„Nun hast du ja mich. Mir kannst du doch alles sagen“, meinte Sylvia.
„Ja, endlich; Gott sei Dank.“
„Was mich brennend interessiert“, sagte Sylvia; „ist, wie so etwas entsteht und sich weiter entwickelt. Das kommt doch nicht von heute auf morgen.“
„Nein, das nicht. Da hast du Recht. Es begann damit, dass ich so blöd war und ihn nach Venlo gefahren habe. Sein Auto war angeblich defekt.“
„Stimmte das?“
Tina zuckte mit den Achseln. „Ob er mein Auto als quasi unbeschriebens Blatt für irgend etwas benötigte, weiß ich nicht. Ganz bestimmt machte ich ihm einen Strich durch die Rechnung, was immer er auch geplant haben mag. Das brachte ihn so in rage, dass er mich am liebsten verprügelt hätte, aber sich doch nicht traute. Er tat jedenfalls so, dass ich mich geohrfeigt fühlen sollte.“
Sylvia riss erschrocken die Augen auf. „Was?“ Sie konnte ihre Betroffenheit nicht verbergen. .„Ich fasse es nicht. Das ist ja schlimmer, als ich es mir vorgestellt hatte.“.
„Ich hätte es auch nie für möglich gehalten. Als ich auf dem riesigen Parkplatz dieser großen Disko an der Autobahn nicht machte, was er wollte, oder besser gesagt, ich ihm nicht gehorchte, rastete er aus. Nach kurzem Handgerangel, bei dem er mir weit überlegen war, presste er mir mit der linken Hand die Handgelenke zusammen und mit der rechten schlug er bei jedem Nein von mir in Richtung meines Gesichts. Ich zuckte jedes Mal zusammen, als hätte er mich getroffen. Bei jedem weiteren Schlag wusste ich nicht, knallt er mir nun wirklich eine oder wieder nicht. Ich habe mich noch nie so erniedrigt gefühlt. Zudem war ich so geschockt, eigentlich wie gelähmt, dass ich nicht einmal schreien konnte. Das war vielleicht sogar gut. Schließlich gab er auf. Ich solle abhauen, sagte er zornig und mich bei ihm nie mehr blicken lassen. Ich sagte ihm, ich hätte das ja nie getan, aber das gelte nun umgekehrt für ihn.“
„Und dann begann er trotzdem mit der Stalkerei, obwohl er nichts mehr von dir wissen wollte?“
„Nein, da noch nicht. Ein paar Tage später kam er mit Blumen und heulte mir vor, dass ihm alles so schrecklich Leid täte. Ich sollte ihm verzeihen. Er hätte doch gar nicht zu geschlagen, das war doch nur so pro forma. Aber pro forma oder nicht, alleine sich in dieser Lage zu befinden, ist schon entsetzlich genug.“
„Sagte er denn etwas zu seiner Entschuldigung? Sind ihm die Nerven durchgegangen oder ist ihm eine Sicherung durchgebrannt?“
Tina winkte ab. „Gar nichts dergleichen. Er meinte, er könne nicht verstehen,dass ich so reagiere. Andere hätten das als Spaß aufgefasst. Bisher hätte das immer noch geklappt, um störrische Mädchen zahm zu machen. Hinterher wären die froh gewesen, dass er ihnen ihre Flausen ausgetrieben habe.“
„Das darf nicht wahr sein“, empörte sich Sylvia. „So was läuft frei herum? Der ist doch ein Fall für den Psychiater und diese Mädchen gleich dazu. Hast du ihn nicht gefragt, wo er all die zahmen Täubchen habe?“
Tina schüttelte den Kopf: „Nein, ich wollte mit ihm gar kein Gespräch anfangen, vor allem wollte ich in nicht reizen.. Ich glaube schon, dass ich mich auf Grund meines psychologischen Wissens so verhalten habe, dass es zu keiner Eskalation kam. Aus dem Grund war es wohl auch gut, dass ich nicht geschrien hate. Der wäre vielleicht in Panik geraten und hätte mich gewürgt, bis ich ruhig gewesen wäre. Bei mir war es so, dass mich nach dem ersten Schock eine unheimliche Ruhe, ja fast Gelassenheit überkam. Die brauchte ich dann, als ich nach der Grenze noch kontrolliert wurde. Ich bin heute froh darüber. Dadurch habe ich es amtlich, dass ich clean war. “
„Ich gehe davon aus, du hast ihm nicht verziehen.“
„Natürlich nicht. Ich hatte ihn mit den Blumen zum Teufel gejagt. Das ist ihm vielleicht wirklich noch nie passiert. Ab da begann er mit der Stalkerei.“
„Das ist ja wirklich unglaublich. Meinst du, er hatte dich zuvor geliebt und fühlte sich durch dich gekränkt, so dass er dich dann hasste und deshalb stalkte oder wollte er dich dadurch wieder für sich zurück gewinnen?“
„Also damit gewinnt man bestimmt keine Frau für sich zurück. Ich würde sagen, die Abneigung gegen so einen Mann wird immer größer.“
„Das meine ich auch“, stimmte ihr Sylvia zu.
„Wer so handelt, ist in meinen Augen psychisch krank. Mir fielen auch schon vorher paranoide Symptome bei ihm auf“, erinnerte sich Tina.
„Kam es denn bei ihm zu Wahnbildungen?“
„Ich meine schon. Obwohl ich nie von ihm etwas gewollte hatte, es zwischen uns absolut nichts gab, war er eifersüchtig auf mich. Manchmal steigerte er sich in einen wahren Eifersuchtswahn. Ich versuchte ihm jedes Mal klar machen, dass es dafür schon deshalb kein Grund gab, weil wir doch gar kein Paar waren. Aber er blieb bei seiner fixen Idee, ich gehöre zu ihm. Dabei stellte er seine eigenen Regeln auf und ich sollte diese befolgen. Das eskalierte dann in Venlo.“
Tina machte nun eine Pause. Sylvias Abendessen kam. Sie selbst hatte sich nur einen Kaffee bestellt. Ihr Essen wartete wahrscheinlich schon zu Hause. Deshalb rief sie schnell ihrer Mutter per Handy an.
„Erzähl ruhig weiter. Mich stört das beim Essen nicht “, fordert Sylvia Tina auf. „Was wollte er denn so Schlimmes von dir, dass du es nicht tun wolltest?“
„Ach, eigentlich gar nichts Schlimmes. Aber zuerst hieß es, er müsse einen Freund besuchen und dann wollt er mit mir in die Disco gehen. Wahrscheinlich war der da drinnen. Dafür wollte er mir zuerst noch einen passenden Discofummel besorgen. Mir machte das alles Angst. Ich konnte nicht aussteigen und wollte lieber die ganze Zeit im Auto auf ihn warten.“
„Wahrscheinlich wollte er mit dir vor seinem Freund angeben. Das war dann natürlich eine große Enttäuschung für ihn. Da musste er sich dann abreagieren.“
„Ja, das mag so sein. Aber doch nicht an mir. Das ist doch kein Grund, sich so aufzuführen.“
Sylvia nickte ihr mit vollem Mund nur zu.
Tina nippt hin und wieder an ihrem Kaffee. Zwischendurch schaute sie immer mal auf die Uhr. Eigentlich müsste sie schon nach Hause fahren. Da fiel ihr noch etwas ein.
„Du hast vor Liebe und Hass erwähntest. Da fand ich bei Freud etwas. Das hat meinen Glauben an ihm etwas erschüttert.“ Das war etwas, das Sylvia aufhorchen ließ. Das soll es auch geben?
„Freud sagt, eine ganz besondere Rolle unter den Symptombildern der Neurosen spielen die in Gegensatzpaaren auftretenden Partialtriebe. Das sind Liebe und Hass, Schaulust und Exhibitionismus, sowie Sado- und Masochismus. Aufgrund dieser Verknüpfungen käme es bei Neurotikern nicht selten zu einem Übergang von Zärtlichkeiten zu Feindseligkeiten und zur Verwandlung von Liebe in Hass. Freund meinte, dies sei für die ganze Paranoia charakteristisch.“
„Ich kenne Freud nicht so wie du, aber das könnte doch so sein“, meinte Sylvia. „Wieso hast du da Zweifel?“
„So weit es Leute wie diesen Stalker betrifft, schön und gut. Der ist ganz sicher ein Neurotiker. Aber Freud leitet davon noch mehr ab. Und da kann ich ihm nicht mehr folgen, weil ich mich da selbst betroffen fühle. Ich muss sagen, auf mich bezogen stimmt seine Folgerung nicht.“
„Du wirst doch nicht einmal an Freud zweifeln?“, frotzelte Sylvia.
„In diesem Fall schon. Freud spricht nicht von Homosexuellen, sondern von Invertierten. Das muss man immer im Hinterkopf haben, um zu verstehen, was er meint. Und da behauptet er, dass sich bei allen Neurotikern im unbewussten Seelenleben Regungen zu Inversion und Fixierung der Libido auf das gleiche Geschlecht finden. Da war ich platt, als ich das las. Meine Phobie ist eine Neurose und ich bin zweifelsohne eine Neurotikerin. Aber bin ich schon irgendwann auf das gleiche Geschlecht fixiert gewesen? Das Unbewusste in uns beeinflusst doch unser bewusstes Handeln. Verstehst du das?“
„Wenn du nicht; ich doch dann schon gar nicht“, gab Sylvia zu.
„Es kann doch dabei nicht darum gehen, dass wir uns schon mal drücken, streicheln, knutschen oder sonst wie zeigen, dass wir uns mögen. Dabei bist du doch aktiver als ich. Aber du hast keine Neurose. Ich habe eine und ich bin doch eher zurückhaltend in diesen Dingen. Es müsste nach Freud umgekehrt sein. Und überhaupt, so intim wie mit dir, würde ich doch mit keiner anderen Frau sein. Mir war doch schon zum Kotzen, als mich an der Grenze eine Frau abgriff.“
„Es muss ja nicht alles stimmen was Freud behauptet hat. Auch er konnte sich ja irren und dann ist da ja noch die Frage, ob wir ihn heute überhaupt noch richtig verstehen“, gab Sylvia zu bedenken.
Tina nickte. „Da hast du wohl Recht. Aber ich will der Sache auf den Grund gehen. Vielleicht machen wir es zusammen. Aber .. .wenn du mit dem Essen fertig bist, dann muss ich wirklich gleich fahren.“
„Nein“, sagte Sylvia, „Eine Weile musst du noch bleiben. Ich habe auch was am Herzen, das ich noch los werden muss.“
„Na gut“, sagte Tina, „eine Weile geht noch. Erzähl!“
„Meine Eltern trennen sich ... eventuell ganz. Papa zieht zunächst erst einmal aus.“
Tina sah Sylvia bestürzt an. „Wieso das denn? Kam das denn plötzlich?“, fragte sie erstaunt.
„Nein. Hast du voriges Jahr meinen Vater irgendwann gesehen, wenn du bei uns warst?“
„Nicht, dass ich mich daran erinnern könnte.“
„Siehst du, da war er schon so gut wie fort. Er meint, er müsse in der Stadt wohnen. Mama will aber das Haus nicht verkaufen. Das würde auch nichts ändern. Es steckt natürlich eine andere Frau dahinter. Von Scheidung wurde aber noch nicht gesprochen.“
„Da tut mir deine Mutter aber leid“, warf Tina ein.
„Zu Hause ist es nun so, dass dadurch vor allem einmal der Raum neben meinem Zimmer frei wäre. Nun soll ich dir von meiner Mutter einen herzlichen Gruß ausrichten und dich fragen, ob du das Zimmer haben möchtest. Wenn nicht, würde sie es an einen Fremden vermieten. Mutti braucht jetzt jeden Euro. Sie weiß ja nicht, wie es weiter geht.“
Tina war überrascht. Alles hätte sie erwartet, nur das nicht.
„Da staune ich aber“, sagte sie. „So ein Angebot macht mir deine Mutter? Hat sie denn nichts mehr dagegen, wenn wir zusammen sind?“
Sylvia winkte ab. „Nein, das ist für sie kein Thema mehr. Wir wären auch nicht zusammen. Jeder hätte sein eigenes Zimmer. Das ist doch okay. Wer wollte da etwas dagegen haben? Und außerdem bist du meiner Mutter Tausend Mal lieber als ein Fremder im Haus … und mir auch.“
„Und die Idee, mit Schurli und Sixti eine WG zu gründen, wäre dann vom Tisch?“
„Ja. Der würde ich keine Träne nach weinen. Das wäre bestimmt nicht gut gegangen, mit diesen beiden Kindsköpfen.“ So dachte auch Tina. Wenn die WG damit erledigt wäre, umso besser.
„Das Angebot ist sehr verlockend. Aber entschuldige Sylvia“, sagte Tina, „wenn ich nicht gleich etwas dazu sage. Das kommt jetzt so plötzlich für mich.“
„Das verstehe ich ja. Deshalb habe ich es dir jetzt schon gesagt, damit du dir das überlegen kannst. Wenn du das Zimmer willst, dann brauchst du nicht erst in eine Pension und dir von dort aus eine Bleibe suchen. Mama möchte nur darum bitten, dass wir ihr morgen von unterwegs Bescheid geben, ob du mit kommst. Sie müsste dann schon etwas herrichten. Denn Rest machen wir uns dann selbst. Ich denke, es würde für uns sehr schön werden.“ Tina hörte Sylvias Begeisterung aus ihren Worten heraus und diese Begeisterung war ansteckend. Sie konnte ja gar nicht ablehnen. Das war ihr jetzt schon klar.
__________________ "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen." (Goethe).
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03.02.2010 14:23 |
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putzi

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Dabei seit: 16.09.2006
Beiträge: 1.272
Herkunft: Frankreich So wünsche ich mir Kritik: Offen und ehrlich, hilfreich und kreativ.
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| RE: Freundinnen; Teil 10: Irrte Freud? |
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Oh weih Schnepf, gibt es in Deiner Geschichte noch mehr psychisch Kranke?
Dieser Stalker macht mich unheimlich wütend.
Wo hat der Typ bloß seine Weisheiten her?
„Er meinte, er könne nicht verstehen, dass ich so reagiere. Andere hätten das als Spaß aufgefasst. Bisher hätte das immer noch geklappt, um störrische Mädchen zahm zu machen. Hinterher wären die froh gewesen, dass er ihnen ihre Flausen ausgetrieben habe.“
So ein Kerl ist ja gemeingefährlich. Er gehört eingesperrt und der Schlüssel zu seinem Zimmer muss weggeworfen werden.
Ehrlich gesagt/geschrieben, mir wird das alles ein bisschen zuviel.
Könntest Du Dich auf ein Krankheitsbild konzentrieren? Sonst bekomme ich noch den Eindruck, nur in der Psychiatrie kann man mental einigermaßen gesunde Menschen antreffen.
Trotzdem werde ich weiterlesen.
Viele Grüße
putzi
__________________ Auf den Schwingen der Fantasie erschaffe ich mir meine Welt. Variationsreich und liebevoll - so, wie sie mir gefällt
http://minutengeschichten.npage.de/
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05.02.2010 15:20 |
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SCHNEPF
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Dabei seit: 23.09.2006
Beiträge: 588
Herkunft: Österreich So wünsche ich mir Kritik: Wie im Eiskunstlauf: Getrennt nach Idee und Ausführung.
Themenstarter
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Liebe Putzi,
sie sind mitten unter uns. Ja, es ist erschreckend. Ich brauche in der Früh nur die Zeitung aufschlagen und habe sofort den Eindruck, alle spinnen. Ich weiß bloß nicht, welche Macke ich selbst habe.
Ein Krankheitsbild? Ist problematisch. In einem meiner medizinischen Bücher nehmen die psychiatrischen Erkrankungen um die 100 Seiten ein. Ich habe nicht abgezählt, wieviele Krankheiten es im Einzelnen sind. Ist auch uninteressant, denn sie werden immer mehr "aufgebröselt".
Die Abgrenzungen sind nicht nur unscharf, sondern die Erkrankungen kommen in der Regel als eine genau definierbare gar nicht vor. Man kann davon ausgehen, dass in bestimmten Feldern, der Neurotiker von allen etwas hat. Die Phobie, von der die Geschichte einmal seinen Ausgang nahm, ist eine Neurose und als solche ein psychiatrische Erkrankung, für die alles Gesagte gilt.
Dass so ein Stalker nicht alle Tassen im Schrank haben kann, zeigt er ja durch sein Handeln. Sein Verhalten entspricht dem eines Psychopathen. Das hätte man früher so gesagt. Heute reicht das nicht mehr aus. Die Unterteilungen sind eben feiner geworden. Er würde heute zu den antisozialen Persönlichkeiten gehören. Diese machen sich ihre Gesetze selbst und lehnen gleichzeitig die anerkannten, sozialen Regeln ab. Wo genau er aber einzuordnen ist, kann nur der erfahrene Fachmann heraus finden; es zumindest versuchen.
Zu deiner letzten Bemerkung: Da gibt es ein Lied von Ossy Kolmann: Er ist einmal nüchtern und da sieht und erlebt er fürchterliche Sachen, derentwegen er in der Psychiatrie landet. Resümee: "Die Narrischen tragen weiße Kittel dort."
Mit lieben Gruß
Otto.
__________________ "Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen." (Goethe).
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von SCHNEPF: 05.02.2010 18:25.
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05.02.2010 18:25 |
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